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Was bedeuten AVK und IK ?



Obige Werte werden oft in den Wurfplanungen angegeben, doch viele Welpeninteressenten (sicherlich auch einige Züchter) haben keine Vorstellung, was sie bedeuten.
Beide Parameter sind nicht die Garantie für gute oder schlechte Zucht, sie machen aber eine recht zuverlässige Aussage über das Vorhandensein der möglichen Genvariabilität.
Meiner Meinung nach kann nur das Vorhandensein möglichst vieler Gene einen gesunden Organismus aufrechterhalten, selbst wenn Defektgene weitergegeben werden (was bei hunderttausenden nie auszuschliessen ist ), haben diese einen starken Gegenspieler, die sie nicht hervortreten lassen.

IK (Inzuchtkoeffizient)


Berechnet den Verwandtschaftsgrad der beiden Elterntiere eines Individuums zueinander.
Er drückt die Wahrscheinlichkeit aus, ob zwei Gene von einem Genort von der selben Herkunft sind.
Der IK stellt keinen konkreten Wert dar.
Da die Verteilung der Gene (Allele) zufällig erfolgt, können Tiere aus der gleichen Verpaarung (mit schlechtem IK) trotzdem besser verteilte Kombinationen haben.
Nun ist es aber nicht ganz so einfach, in die Tiere hineinzuschauen, um herauszufinden, welches es sind ;-).
Je näher bei Null, desto weniger die Verwandtschaft.

AVK (Ahnenverlustkoeffizient)


wird verechnet durch Teilung der tatsächlich vorhanden durch die Zahl der möglichen Ahnen.
Ein AVK von 100 bedeutet, dass in den berechneten Generationen keine Vewandtschaft besteht.
Hier sollte man einen Blick auf die berechnete Generation werfen, je mehr miteinbezogen werden können, desto aussagekäftiger.
Beispiel:
Man nimmt sich eine Ahnentafel über 5 Generationen.
Dort sind, wenn AVK 100 ist, also alle fremd, 62 verschiedene Namen. (In Deutschland ziemlich selten )
Jeder Name, der doppelt auftaucht, ist abzuziehen. Jeder Name, der 3x auftaucht, ist 2x abzuziehen usw.
Nun rechnet man:
61:62 = 0,98 also 98%
Ein doppelter Ahne in der letzten Generation fällt also nicht ganz so stark ins Gewicht.
Aber beachte:
7:8 = 0,80 = 80% bei 3 Generationen
3:4 = 0,75 = 75% bei 2 Generationen
Oft ist auch noch ein zweiter oder dritter anderer Ahn "mitbeteiigt", der natürlich miteinberechnet werden muß
Bei unseren Weissen macht der Umstand, dass Hunde, welche aus verschiedenen Zwingern kommen (also andere Namen haben), Vollgeschwister sind. (z.B. Shermans W-Wurf und A-Wurf oder C- und D-Ronanke, oder W-Ronanke, B-Eifler-Land und E-Gehege Monreal)), was z.B. ergibt, dass Blake Star Eifler Land und Blondy Tecklenburger Land Vollgeschwister sind.
Dies kann ein Computerprogramm, dass nur eine bestimmte Anzahl von Generationen berechnen kann, gar nicht erfassen, weil es die Verwandtschaft wegen der fehlenden Ahnen der folgenden Generation nicht mehr einbezieht.
Nun mag manch einer sagen, es wäre alles Korinthenkackerei die alten Ahnen miteinzuberechnen, aber es zeigt doch auf, wie eintönig die innere Zusammensetzung unserer Hund sein muss.

Die Frage, wie lange die Werte als unbedenklich einzustufen sind, ist schlecht zu beantworten.
Wurde eine Linien- oder Inzucht auf ein nachweislich gesundes Tier gemacht, ist das sicherlich weniger risikoreich.
War aber ein (unerkannter) Träger eines Defektgenes darunter, ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Schadgen hervortritt, natürlich sehr hoch.
Leider ist dies oftmals erst einige Jahre später in kranker Nachzucht festzustellen.

In einer Beagle Versuchszucht wurde festgestellt:
IK von 8-18 % Welpensterben bis 25 % innerhalb der ersten 10 Lebenstage.
IK > 67 % Welpensterben bis 75 % innerhalb der ersten 10 Lebenstage.